Es begann alles wie ein ganz normaler Tauchtag in Guatemala. Dies war zwar mein 1. Tauchgang, welchen ich hier an der Pazifikküste unternommen habe. Normalerweise halte ich mich hier eher über Wasser auf, mit einem Brett unter den Füssen. Also meine Referenzen hier sind noch nicht statistisch abgesichert. Am Morgen ca. 04.30h bin ich in der Stadt Richtung Pazifikküste losgefahren. Unterwegs habe ich noch meinen Tauchbuddy Alain aufgegabelt. Ca. 06.00h sind wir am Hafen "Marina Pez Vela" angekommen. Die Konditionen schienen perferkt zu sein, das Wasser glasklar und fast keine Wellen. Als wir beim Boot von Alain angekommen sind, stellt Alain fest, dass er den Zündschlüssel zu Hause in der Stadt vergessen hat. Was nun? Für einen Guatemalteken ist dies kein Problem, Alain macht sich kurzerhand dran, das Zündschloss auszubauen und die Zündung kurz zu schliessen. Nach 1.Std ist der Motor immer noch nicht angegangen, obwohl Alain wahrscheinlich schon alle Kabelkombinationen mehrfach ausprobiert hat. Mittlerweile schon 07.00h kamen wir auf die Idee mit dem ausgebauten Zündschloss zu einem Schlüsselmacher zu fahren, um uns einen Ersatzschlüssel anfertigen zu lassen. Super Idee, Sonntagmorgen um 07.00h arbeiten selbst die fleissigen Guatemalteken nur sehr ungerne. Also der Schlüsselmacher hat uns versprochen, dass er so gegen 10.00h in seinem Laden ist. Ok, was für Optionen haben wir sonst noch? Boot mieten? Zu teuer. In die nächste Stadt (Escuintla) fahren? 50km hin, 50 km zurück, da können wir auch auf den Schlüsselmacher warten. Ah, Alain in der Not hat die geniale Idee, er ruft um ca. 08.15h Miguel, einen Freund, an. Er erklärt ihm, dass die Bedingungen zum tauchen genial sind, und er unbedingt auch kommen soll. Wenn er dann schon von der Stadt an den Strand kommt, soll er doch gleich noch bei ihm zu Hause vorbei gehen und den Schlüssel für das Motorboot mitbringen. Miguel hat ihm die Story abgekauft und hat sich auf den Weg gemacht. Als er mit dem Schlüssel am Hafen ankam, war es bereits 10.30h. Wir waren immer noch sehr enthusiastisch, dass wir heuten noch mit idealen Bedingungen tauchen werden, obwohl mittlerweile der Wind eingesetzt hat und das Meer nicht mehr spiegelglatt wie am Morgen um 06.00h war. Alain probiert im Trockenen ob der Motor startet. Natürlich mit dem Schlüssel kein Problem. Gut, ab mit dem Boot ins Wasser. Als das Boot nun im Wasser war, dreht Alain den Schlüssel zum starten vom Motor und nichts tut sich. Als nach mehreren Versuchen immer noch nichts geschah, mussten wir uns an den nächsten Steg ziehen lassen. Alain meint, immer noch ziemlich enthusiastisch, ah, dass sei nur die Batterie. Ok, wo bekommen wir nun eine Batterie her? Klar, nehmen wir doch die Autobatterie. 12.00h der Motor startet und wir können es fast nicht glauben, dass wir heute doch noch tauchen werden. Als wir am Tauchplatz ca. 4 Meilen vor der Küste ankommen, sahen wir, dass zuvor noch nie an diesem Ort gesehene, einen Walhai. Panik bricht bei uns an Board aus, weil jeder möglichst schnell in das Tauchzeug und ins Wasser rein möchte. Und alle Mühen und alles Warten hat sich gelohnt....wir sind genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen. Ca. 40 min sind wir mit dem grössten Fisch der Meere im Wasser gewesen, auch wenn es nur ein Baby war und ca. 6 m lang war.
Camera: Sony (Dsc-p150) |
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